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Heizsysteme

Wohlige Wärme aus dem Fenster

Wenn winterliche Temperaturen herrschen, soll es zu Hause trotzdem warm bleiben. Zum Frühlingsanfang erhalten wir dann im wahrsten Sinne des Wortes die Rechnung dafür. Doch lässt sich wohlige Wärme nicht mit geringen Kosten vereinen? Eine Fensterheizung soll das nun schaffen. //Von Laura Zimmermann

22.02.2017//Wohlige Wärme, niedrige Kosten und eine gute CO2 Bilanz, das soll eine Fensterheizung bieten können.

Dazu werden dreifachverglaste Fenster eingebaut, deren Innenseite mit einem Metalloxid  beschichtet ist. Wird diese Schicht unter Strom gesetzt, erwärmt sie sich und gibt sogenannte Strahlungswärme  an den Raum ab. Wird das Fenster geöffnet, schaltet sich die Heizung automatisch ab. Steuern lässt sie sich per App oder auf Wunsch per Regler am Fenster.

Heizung im Labor getestet

Die Technische Universität Berlin hat die Fensterheizung getestet. Dabei ging es vor allem darum, ob die Fenster einen Großteil der Wärme nach außen abgeben und so ein Wärmeverlust stattfindet. Es zeigte sich, dass circa acht Prozent mehr Wärme nach außen abgegeben werden als bei normalen Fenstern. Zusätzlich wurde eine Außentemperatur von -12 Grad Celsius simuliert und untersucht, ob die Wärme sich gleichmäßig im Raum verteilt, dabei schnitt die Fensterheizung positiv ab.

Die Fensterheizung soll im Vergleich zu Gas- oder Pelletheizungen mit 5.000 Euro niedrige Investitionskosten bieten. Laut Hersteller sind die Gesamtkosten, (Investitionskosten plus laufende Kosten), über einen Zeitraum von 20 Jahren um 50 Prozent günstiger. Martin Brandis, Energieberater bei der Verbraucherzentrale sieht das kritisch:"Die Investitionskosten mögen zwar niedrig sein, aber die laufenden Kosten sind höher als bei Gasheizungen zum Beispiel."

CO2-Bilanz wird unterschiedlich bewertet

"Der Stromverbrauch ist hoch. Dadurch ist die CO2 Bilanz nicht die Beste,"  so Brandis weiter. Andreas Häger, Geschäftsführer von Vestaxx, sieht das anders:"Unser System basiert auf Strom mit steigendem regenerativen Anteil. Insofern ist die CO2 Bilanz hier besser als bei anderen Heizsystemen"

Bestandteile einer Fensterheizung, Bild: Vestaxx, Grafik: Zimmermann

Träge Heizungen machen Energiesparen schwierig

"Natürlich brauchen wir eine Alternative, wenn wir langfristig auf fossile Energieträger verzichten wollen.  Elektroheizungen können dabei helfen, sind aber noch nicht optimal", so Brandis. Andreas Häger sieht vor allem ein Problem in der Trägheit vieler anderer Heizsysteme. Eine kurzfristige Runterregelung sei kaum möglich."Wenn man ein paar Tage wegfährt und die Heizung runterregelt, ist sie häufig immer noch warm wenn man zurückkommt. Elektrische Heizungen reagieren deutlich schneller."

In Deutschland heizen circa vier Prozent mit Strom. In Frankreich hingegen heizt schätzungsweise jeder Dritte damit. Das führt im Winter häufiger zu Engpässen in der Stromversorgung. Die Kraftwerke können nicht genügend Energie generieren und es wird Strom aus dem Ausland importiert. Deutschland exportierte 2015 rund 5.700 Megawatt Leistung ins Ausland. Der Großteil floss in die Niederlande, die ihn dann nach Belgien und Großbritannien weiterleiteten.

Von Laura Zimmermann, 3. Semester Technikjournalismus/PR

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Die Autorin

Laura Zimmermann